Rezension: „Six of Crows“ von Leigh Bardugo

IMG_5453Inhalt:

Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …

Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej …

Meine Meinung (OHNE SPOILER):

Im letzten Jahr habe ich auf Booktube und Bookstagram immer wieder mitbekommen, dass Six of Crows in den Himmel gelobt wurde. Deswegen dachte ich mir vor Kurzem: Es wird Zeit, dass ich mich davon einmal selbst überzeuge. Dabei habe ich die Grischa-Trilogie von Leigh Bardugo nicht einmal gelesen. Die Six of Crows Dilogie ist ein Spin-Off dieser Reihe, allerdings kann man sie auch unabhängig von der Trilogie lesen. Das fand ich persönlich gut, denn die Grischa-Trilogie hat mich bisher nie so richtig angesprochen. Bei Six of Crows war ich aber überzeugt, dass ich es lieben würde… Und ich habe Recht behalten.

Nicht zuletzt liegt das natürlich an der unglaublich tollen Aufmachung des Buches. Das Cover ist düster, aber unfassbar schön: Die Flügel der Krähe und die Türme, die sich zwischen den einzelnen Federn ergeben. Am besten gefällt mir allerdings der schwarze Buchschnitt, der das Buch so einzigartig und aufregend macht. Erwähnenswert sind auch die beiden gezeichneten Karten zu Beginn des Buches und die Gestaltungen bei neuen Kapiteln und Abschnitten. Diese ganzen Details lassen mein Bücherherz zusätzlich noch höher schlagen.

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Aber nicht nur die Optik stimmt, sondern auch der Inhalt und die Charaktere. Six of Crows hat mir wirklich gut gefallen, was vor allem daran liegt, dass ich etwas Vergleichbares noch nie gelesen habe. Es geht um eine „Heist-Story“, also um einen Raub/Diebstahl und das in einer ganz komplexen Welt mit Fantasy-Elementen. Meistens sind Hauptfiguren, denen man in Büchern folgt, doch eher vernünftig, ehrenhaft und reinen Herzens. Hier bricht Six of Crows alle Regeln und das hat mir so gut gefallen. Es hat wirklich Spaß gemacht, mal von den üblichen Klischees und Rollenmodellen abzuweichen und den Rebellen der Geschichte zu folgen. Natürlich sind es doch irgendwie die Guten, denn in der Geschichte gibt es auch ein paar weniger freundliche Gruppen, aber trotzdem sind die Hauptfiguren hier Betrüger, Diebe und Schläger, die keinesfalls eine weiße Weste haben.

Die ganze Geschichte dreht sich um Kaz Brekker, der jetzt übrigens mein neuer fiktionaler Crush ist… Er hatte es nicht immer leicht und musste bereits früh mit schweren Schicksalsschlägen leben, die alles verändert haben. Geprägt und getrieben von seiner Vergangenheit, ist er längst nicht mehr der kleine, unschuldige Junge, der er einmal war. Heute ist Kaz absolut badass, einer der bekanntesten Betrüger in Ketterdam und dazu noch absolut brillant. Er hat immer einen frechen Spruch parat (was mich wirklich oft zum Lachen gebracht hat) und weiß sich zu wehren – nur wenn es um Gefühle geht, verschlägt es ihm doch hin und wieder die Sprache.

Genauso einzigartig sind auch die anderen Charaktere bzw. „die Krähen“. Jeder hat seine ganz persönlichen Dämonen, die man im Laufe des Buches kennenlernt. Alle haben spannende und tragische Hintergrundgeschichten. Der Erzählstil von Leigh Bardugo hilft hier enorm, jeder einzelnen Figur näher zu kommen, sie zu verstehen und Gefühle aufzubauen: Es gibt einen personalen Erzähler. Das Buch wird in der 3. Person erzählt, jedoch liegt der Fokus in jedem Kapitel auf einen anderen Charakter, aus dessen Sicht man als Leser mehr oder weniger das Geschehen verfolgt oder empfindet. Über einem neuen Kapitel steht immer der Name der Person, deren Perspektive man als nächstes einnimmt. Dieser Stil war nicht nur unterhaltsam, sondern hat die Geschichte vielschichtiger, vielseitiger und insgesamt viel authentischer gemacht. Ich habe jeden Charakter näher kennengelernt und hatte eine bestimmte Haltung ihm oder ihr gegenüber.

Das World-Building von Leigh Bardugo ist absolut genial. Ich kenne die Grischa-Trilogie wie gesagt nicht, aber das ganze Universum hat mich in Six of Crows so fasziniert, dass ich darüber nachdenke, die Trilogie zu lesen. Es gibt so viele verschiedene Städte, Kulturen und Sprachen. Es gibt nicht nur die Menschen, sondern auch die Grischa mit verschiedenen Fähigkeiten. Die ganze Welt hatte so einen düsteren Charakter, der gleichzeitig ganz anders war als andere Fantasy-Welten, in denen einfach alles so bunt und fantastisch ist. Es war düster, spannend und sehr atmosphärisch. Das Gesamtpaket hat mich daher wirklich gefesselt.

Ich kann Six of Crows mit 5 Sternen nur weiterempfehlen und bin selbst sehr gespannt, den zweiten Teil der Dilogie, Crooked Kingdom, zu lesen. Das Ende des ersten Teils macht sehr viel Lust auf mehr, daher freue ich mich sehr auf die Fortsetzung, die bereits im Regal auf mich wartet. 🙂

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3 Gedanken zu “Rezension: „Six of Crows“ von Leigh Bardugo

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